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iStockphoto/Rike_

Direktsaft von der Streuobstwiese

Privatkelterei van Nahmen

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Die Landschaft im Rheinland wird seit mehr als 150 Jahren von Streuobstwiesen geprägt. Im Wesentlichen sind es Obstwiesen in der Nähe von Bauernhöfen, die der Eigenversorgung der Bauernfamilie dienten. Klassisch wurden früher die Obstbäume in gemischter Anbauweise gepflanzt, mit verschiedenen Obstsorten auf einer Wiese. Eben diese traditionelle Form des Obstbaus nennt man Streuobstwiese. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume von unterschiedlichem Alter und unterschiedlicher Sorte in der Landschaft “verstreut”.

Mehrfachnutzung der Obstwiesen

Die Streuobstwiesen zeichnen sich auch durch eine Mehrfachnutzung aus: Die Bäume werden für die Obsterzeugung genutzt, man bezeichnet diesen Bereich auf der Streuobstwiese auch als „Obernutzung“. Da die Bäume locker stehen, kann die Fläche zwischen den Bäumen als Grünland genutzt werden, also entweder zur Heugewinnung oder als Weide. Man nennt diesen Teil der Streuobstwiese auch „Unternutzung“. Weil sie weniger ertragreich sind als Spalierplantagen, schrumpfte die Zahl der Streuobstwiesen in Deutschland rasant. War es vor 100 Jahren noch üblich, verschiedene Obstbäume auf einer Wiese zu pflanzen und so eine Vielfalt für Fauna und Flora zu erhalten, so wurden im Zuge von Flurbereinigungen ab den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts viele Bäume auf Streuobstwiesen geschlagen, um große und gerade Landwirtschaftsflächen zu schaffen.

Bedeutend für den Naturschutz

Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre erkannte man aber schließlich, dass Streuobstwiesen als Kulturlandschaften eine hohe Bedeutung für den Naturschutz haben und richtige Kleinbiotope waren. Die Sortenvielfalt und auch die Größe und Dichte der Bäume bieten für viele verschiedene Tiere Unterschlupf, Nistgelegenheit und Nahrungsangebot, insbesondere für seltene Vögel wie Steinkäuzchen, aber auch Fledermäuse, Bienen und Schmetterlinge. Viele Tiere, die an diesen Lebensraum angepasst waren, der ab den 1960er Jahren verloren ging, sind vom Aussterben bedroht oder sind bereits ausgestorben.

Nur ungespritztes Hochstamm-Obst

Mit dem steigenden Interesse an Naturschutz wurde man sich der Bedeutung alter Streuobstwiesen wieder bewusst. Die Familie van Nahmen tritt seit 1994 für den aktiven Schutz dieser Wiesen ein und zählt damit unter den Obstkelterern zu den Pionieren. Weil es aber wenig Sinn macht, Streuobstwiesen nur über Subventionen zu erhalten, begann Rainer van Nahmen 1994 gemeinsam mit dem NABU Kreisgruppen Wesel, Krefeld und Viersen ein Konzept zu entwickeln. Denn nur wenn Nachhaltigkeit auch durch Wirtschaftlichkeit gegeben ist, werden Streuobstwiesen auf längere Zeit Bestand haben. Die Obstwiesenbesitzer verpflichten sich, nur reifes und ungespritztes Hochstamm-Obst zu liefern, im Gegenzug zahlt die Obstkelterei van Nahmen einen höheren Preis für das Obst. Auf diese Weise können Obstwiesen unter Beachtung ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte erhalten und nachgepflanzt werden. Zweimal jährlich werden in einer gemeinsamen Pflanzaktion 500 bis 800 Obstbäume neu angepflanzt, um fast vergessene Sorten wie den Rheinischen Winterrambur aktiv zu erhalten.

Ältestes Nahrungsmittel der Menschen

Der Erhalt alter, vollaromatischer Sorten ist für die Obstkelterei van Nahmen eines der obersten Prinzipien. Gerade der Apfel, eine der ältesten Wild- und Kulturobstsorten und eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschen, ist von einem großen Sortenrückgang betroffen. Die Vermarktung einzelner erhaltenswerter Apfelsorten in Form von reinsortigen Säften trägt hier sehr wesentlich dazu bei.

Besonders köstlich

„Streuobstwiesen haben nicht nur eine große ökologische Bedeutung, sondern deren alte Apfelsorten von Hochstammbäumen ergeben auch einen besonders köstlichen Saft!“

Peter van Nahmen, Obstkelterei van Nahmen

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